Handball: Nächste Niederlage nach starkem Beginn gegen Düsseldorf-Ratingen

Von Dennis Bachmann

 

Hassloch. Die TSG Haßloch verliert in der Dritten Handballliga mit 27:31 (18:16) gegen Interaktiv Handball Düsseldorf-Ratingen und bleibt Letzter. Sie hat es sich selbst zuzuschreiben.

Die 150 Zuschauer staunten nicht schlecht. Die „Bären“, zuvor sechs Mal sieglos, nahmen das Heft in die Hand. Sebastian Bösing ging mit seiner Aggressivität voran, jede Abwehraktion wurde von der Bank bejubelt. Vorne agierten die Hausherren ballsicher, machten in der ersten Hälfte lediglich zwei technische Fehler, kombinierten gefällig und brachten mehrmals den Kreisläufer zu freien Würfen. Der Lohn: 9:4 nach 14 Minuten.

TSG-Trainer Philip Rogawski relativierte: „Es hat vielleicht recht locker ausgesehen, aber locker ist in dieser Liga und auch gegen so eine Mannschaft nichts. Bei uns hat in dieser Phase vieles gepasst und bei ihnen in der Feinabsprache recht wenig.“ Sorgen bereitete da einzig die rechte Angriffsseite der Gäste, aus der Emil Kübler sein fünftes Tor zum 10:7 erzielte. Die Gäste sortierten sich besser. „Wir mussten in der Abwehr umstellen. Da wir keinen Zugriff hatten, bekamen unsere Torleute nichts zu fassen“, erklärte Gästetrainer Filip Lazarov, Bruder des einstigen Weltklasse-Rückraumspielers Kiril Lazarov und selbst 77-facher mazedonischer Nationalspieler. Seine Mannschaft kam dran (23.) und ließ Haßloch beim 16:13 durch Julius Herbert letztmals auf drei Tore wegziehen. Die Hausherren zeigten zwar weiter wenig unüberlegte Abschlüsse, machten aber keine einfachen Tore mehr. 16 Sekunden vor der Pause erzielte Julius Herbert das 18:16. Die Halbzeitführung zementierte Torwart Loic Modzinski, der für den schwachen Florian Pfaffmann gekommen war, mit einer Parade.

Die Mannschaft war gewarnt durch die jüngsten Spiele. Was wurde besprochen? „Wir wussten ja, wie schnell wir jetzt schon mehrmals eingebrochen sind. Von daher wollten wir, vor allem in der Abwehr, weiter voll da sein“, erklärte der gute Spielmacher Jakob Chrust. Es ging nach hinten los. Sebastian Wieland scheitert mit einem Strafwurf sowie dem Abpraller an Torwart Sebastian Bliß, Dusan Maric macht das 18:19. Haßloch bekam noch einmal kurz Oberwasser (Chrust erzielte das 22:20, 46.), dann setzte sich fort, was sich angedeutet hatte. Acht technische Fehler unterliefen den Haßlochern in der zweiten Hälfte, mehrmals scheiterten sie an Bliß. Der wurde zum spielentscheidenden Faktor, hielt nach der Pause zehn Bälle.

„Wir halten uns überhaupt nicht mehr an das, was wir aus ausgemacht und in der ersten Halbzeit gut gemacht haben. Da kommt man in einen Abwärtsstrudel, fängt an nachzudenken. Dann werden auch freie Bälle nicht leichter“, analysierte Rogawski. Niklas Glindemann und Sebastian Bösing scheiterten freistehend, Düsseldorf machte keine Fehler mehr und zog davon. Beim 23:27 nach 55 Minuten fiel es schwer, noch an die Wende zu glauben. Lediglich vier Tore erzielte Haßloch zwischen der 30. und 50. Minute. In der zerfahrenen Offensivleistung hatte es dann auch Spielmacher Jakob Chrust nicht leicht: „Ja, als Spielmacher verspüre ich da schon eine besondere Verantwortung, durch die Spielsteuerung zu schauen, was am besten klappen könnte.“ Es klappte nichts mehr. Die Gäste erhöhten auf 24:30.

„Wir sind selbst dran schuld, weil wir wieder viel zu einfache Fehler machen. Selbst als wir dann wieder ein, zwei Mal dran waren, geben wir es wieder leichtfertig aus den Händen“, sagte Jakob Chrust. Sein Trainer wurde deutlich: „Durch unsere Disziplinlosigkeit bringen wir uns um den Lohn. Das waren wieder zwei Punkte, die wir einfach verschenkt haben.“

Am Samstag spielt Haßloch bei der TSG Münster.

Quelle: Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau – Nr. 266, Montag, den 17. November 2025