TSG Haßloch erkämpft sich beim TuS 04 Dansenberg nach desaströser erster Halbzeit noch ein 32:32
TuS 04 Dansenberg – TSG Haßloch 32:32 (21:15)
Was für ein Derby! Nach einer völlig misslungenen ersten Halbzeit sahen unsere Bären beim TuS 04 Dansenberg lange wie der klare Verlierer aus. Doch die Mannschaft zeigte nach der Pause eine enorme Reaktion, kämpfte sich Tor um Tor zurück und belohnte sich in allerletzter Sekunde mit einem Punkt.
Damit bleibt die TSG auch im dritten Auswärtsspiel in Folge ungeschlagen.
SCHLECHTER START – DANSENBERG ZIEHT DAVON
Dabei begann die Partie zunächst ordentlich. Unsere Bären waren in den ersten Minuten voll da, führten zwischenzeitlich mit 6:4 und begegneten den Gastgebern auf Augenhöhe.
Nach dem 8:8 folgte allerdings der komplette Bruch. Mehrere Zeitstrafen innerhalb kürzester Zeit brachten die Mannschaft aus dem Rhythmus. Dansenberg nutzte die Überzahlsituationen konsequent und setzte sich immer weiter ab.
Vor allem in der Abwehr fehlte der Zugriff, im Angriff fehlten Lösungen. Dansenberg zog auf 14:10 davon und baute den Vorsprung bis zur Pause sogar auf 21:15 aus.
Eine Halbzeit, mit der auch Cheftrainer Christian Job alles andere als zufrieden sein konnte.
«„Wir waren von Beginn an nicht so da, wie wir es uns vorgenommen hatten. Dann passiert so etwas, dass man permanent einem Rückstand hinterherläuft, der auch viel Kraft kostet.“»
Nach dem deutlichen Sieg in Osthofen hatte die Mannschaft möglicherweise unbewusst damit gerechnet, dass auch das Derby zum Selbstläufer werden könnte. Genau davor hatte Job bereits vor der Partie gewarnt.
ANDERE BÄREN NACH DER PAUSE
In der zweiten Halbzeit zeigte sich dann eine komplett andere TSG.
Die Mannschaft kämpfte um jeden Ball, erhöhte den Druck in der Abwehr und blieb trotz des weiterhin deutlichen Rückstands ruhig. Vorne übernahmen vor allem Luis Maier sowie Jakob und Nils Chrust Verantwortung.
Zwar legte Dansenberg zunächst weiter vor und führte zwischenzeitlich mit 27:22. Doch unsere Bären gaben nicht auf.
Dann kam die entscheidende Aufholjagd:
27:22 – 27:23 – 27:24 – 27:25 – 28:25 – 28:26 – 29:26
Mit drei Treffern in Folge durch Leonnard Pfeil, Tobias Schetters und David Wolsiffer war die TSG plötzlich wieder dran.
In der 51. Minute fiel schließlich der umjubelte Ausgleich zum 29:29.
DRAMATIK BIS ZUR LETZTEN SEKUNDE
Die Schlussphase wurde zum echten Krimi.
Dansenberg legte immer wieder vor, Haßloch hatte jedes Mal die passende Antwort. Luis Maier traf zum 30:30, ehe die Gastgeber erneut auf 32:30 davonzogen.
Rund 90 Sekunden vor dem Ende musste deshalb noch einmal etwas Besonderes her. Christian Job setzte auf das Angriffsspiel mit sieben Feldspielern – volles Risiko.
Und die taktische Maßnahme ging auf.
Tobias Schetters übernahm Verantwortung und traf zunächst zum 32:31. Kurz darauf bekam die TSG noch einmal den Ball. Wieder Schetters – wieder drin!
32:32!
31 Sekunden vor dem Ende war der Punkt gerettet.
«„Wir mussten ins Risiko gehen und etwas ausprobieren“, erklärte Christian Job nach der Partie.»
MORAL STIMMT – ABER DA WAR MEHR DRIN
Nach dieser ersten Halbzeit kann man mit einem Punkt durchaus zufrieden sein. Die zweite Hälfte hat eindrucksvoll gezeigt, welche Moral in dieser Mannschaft steckt.
Gleichzeitig bleibt ein wenig das Gefühl, dass an diesem Abend auch mehr möglich gewesen wäre. Wer in einem Derby eine komplette Halbzeit verschläft und mit sechs Toren Rückstand in die Pause geht, macht sich das Leben selbst unnötig schwer.
Umso wichtiger ist die Reaktion der Mannschaft.
«„Aufgrund der zweiten Hälfte und der Moral hat sich die Mannschaft den Punkt absolut verdient.“»
Luis Maier war mit acht Treffern erneut erfolgreichster TSG-Torschütze.
Die Bären nehmen damit einen Punkt aus Dansenberg mit und bleiben auch im dritten Auswärtsspiel der Saison ungeschlagen.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Bereits am kommenden Samstag wartet mit dem TV Homburg die nächste große Herausforderung auf unsere Bären.
