Lange Zeit führen die Haßlocherinnen im Spitzenspiel gegen Marpingen, geben dann aufgrund eigener Fehler die Führung aus der Hand und holen sich am Ende doch noch einen Punkt. Mit 22:22 (15:15) teilen sich die beiden Topteams der Liga die Punkte nach einer temporeichen und kampfbetonten Partie.

Alles war angerichtet in der Haßlocher Pfalzhalle: Die TSG Damen empfingen nach neun Siegen in neun Spielen die punktgleiche HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler zum Topspiel der Regionalliga Südwest. Bis auf Maike Freitag und Selina Renner konnte das Trainerteam auf den kompletten Kader zurückgreifen. Die Saarländerinnen stellten bezogen auf das Torverhältnis ligaweit sowohl die beste Abwehr als auch den besten Angriff. Die Haßlocherinnen bereiteten sich vor allem taktisch auf die eingespielte Mannschaft der Moskitos vor.

Der Plan ging direkt zu Beginn auf und sie führten nach fünf Minuten mit 4:2. Die 6:0-Deckung stand stabil vor einer erneut starken Medina Martinovic im Tor, Marpingen hatte dagegen zu Beginn sowohl offensiv als auch defensiv keinen richtigen Zugriff aufs Spiel. Angeführt von den vielen Haßlocher Fans – über 350 Zuschauer sahen das Spitzenspiel – zeigten die TSG Damen eine bärenstarke Leistung in den ersten 22 Minuten. Nach dem 4:3 legten sie mit einer 4:0-Serie auf 8:3 (11.) vor und konnten auf Grundlage einer stabilen Deckung und temporeichem Angriffsspiel die Führung bis zum 14:10 (22.) halten. Marpingen hatte mittlerweile die Abwehr offensiver aufgestellt und bei Haßloch mehrten sich die technischen Fehler. Die Gäste holten Tor um Tor auf und gingen 1,5 Minuten vor der Halbzeit sogar mit einem Tor in Führung (14:15). Spielmacherin Lucie Krein, mit 8/1 Toren beste Torschützin des Spiels, sorgte für den 15:15-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel kamen zunächst die Gäste besser in die Partie und gingen mit 15:17 in Führung (34.), die sie zunächst halten konnten (19:21, 42.). Im Anschluss nahmen auch tempobedingt die technischen Fehler auf beiden Seiten zu, während sowohl Annalena Zahm für Marpingen als auch Medina Martinovic für Haßloch einige freie Würfe entschärfen konnten – beide erhielten beim Trainergespräch nach dem Spiel die Auszeichnung als beste Spielerin ihres Teams. Erst sieben Minuten später gelang der TSG durch Linksaußen Imke Paul der Anschlusstreffer zum 20:21 und im Anschluss das 21:21 durch Lourdes Joao (51.). Zwei Minuten später hielt Medina Martinovic einen Siebenmeter und entschärfte auch den zweiten in der 56. Minute – die Halle bebte. Marpingen erzielte in der 57. Minute den Führungstreffen, den Kapitänin Ina Bühl im Gegenangriff direkt egalisierte (22:22). In den letzten drei Minuten ging es hin und her. 32 Sekunden vor Schluss ist Haßloch in Ballbesitz, schließt zu früh ab, der Wurf bleibt in der Mauer hängen. Es sind noch sechs Sekunden auf der Uhr, doch der letzte Wurf von Marpingen geht weit am Tor vorbei. So trennen sich die beiden Spitzenteams der Liga mit einem Unentschieden im Hinspiel.

Es spielten: Lucie Krein (8/1), Ina Bühl (4), Katharina Gerdon (3), Angelina Schreyer (3), Lydia Bachtler (1), Maike Fetzner (1), Lourdes Joao (1), Imke Paul (1), Tabea Picabo Frey, Katharina Scheid, Gina Schmidt, Julia Spieß, Anne Wild sowie Medina Martinovic und Louisa Brossart im Tor.