Handball: Das Drittligaderby zwischen dem HLZ Friesenheim-Hochdorf und der TSG Haßloch lebt von Spannung und Dramatik
Von Volker Endres
Ludwigshafen. Das Nachbarschaftsderby der Dritten Handballliga ging an die Gastgeber. In einem nicht immer hochklassigen, aber packenden und bis fast zuletzt spannenden Spiel rang das HLZ Friesenheim-Hochdorf die TSG Haßloch mit 29:25 (12:14) nieder. Die 351 Zuschauer sahen zwei gegensätzliche Spielhälften mit dem besseren Ende für die Gastgeber.
Der Siebenmetertreffer von Gianluca Herbel zum 27:24 brachte die Entscheidung. Zwar waren da noch 100 Sekunden auf der Uhr, aber mehr als den Anschlusstreffer von Niklas Glindemann brachten die Gäste nicht mehr zustande, zumal Glindemann und Jakob Chrust in der Schlussminute an HLZ-Torhüter Roko Peribonio scheiterten, Nick Haas mit zwei weiteren Treffern den Endstand herstellte. „Roko hat die wichtigen Bälle gehalten“, bilanzierte der neue TSG-Trainer Philipp Rogawski, der im Torhüterduell einen der Pluspunkte der Gastgeber sah.
Insgesamt war er mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht unzufrieden. „Wir haben 60 Minuten alles gegeben und dem HLZ alles abverlangt.“ Mit diesem Kampfgeist würden sich im Laufe der Saison auch Punkte einstellen, war er sich sicher.
Tatsächlich hatte die TSG rund 45 Minuten lang Vorteile. „Wir hatten in der ersten Hälfte nicht die Würfe, die wir nehmen wollten“, analysierte HLZ-Trainer Gabriel Schmiedt. Schon gar nicht ab der Mitte der ersten Spielhälfte. Aus sieben torlosen Minuten der Gastgeber enteilte Haßloch von einem ausgeglichenen 9:9 (18.) auf ein fast schon komfortables 13:9 (25.). Zwar verkürzten die Friesenheim-Hochdorfer bis zur Pause wieder auf 12:14, „aber mit der Chancenverwertung konnten wir nicht zufrieden sein“, so Schmiedt. Erst im zweiten Abschnitt lief es besser.
Allerdings erst mit einigem Anlauf, denn zunächst hatten erneut die Gäste die Nase vorne, erwischten den besseren Start und verteidigten nach der 17:13-Führung (35.) zumindest einen Zwei-Tore-Vorsprung (19:17, 40.). Für die letzten 15 Minuten suchten Trainer und Mannschaft dann aber nach einer Erklärung. „Ich glaube nicht, dass man das an ein, zwei Dingen festmachen kann. Es waren Kleinigkeiten, die dann nicht mehr für uns gelaufen sind“, versuchte es Niklas Glindemann, mit sechs Treffern bester Schütze seiner Mannschaft. Teamkapitän Sebastian Bösing vermutet hingegen ein Kopfproblem. „Wir hatten zwei, drei schlechte Aktionen. Danach ging der Kopf nach unten. So läuft das eben, wenn man unten drinsteht.“
Knackpunkt war dabei die Phase nach seinem Tor zum 20:19 (46.). Statt in Überzahl weiter am Vorsprung zu arbeiten, machte die TSG das HLZ wieder stark. Roy James und Lars Hannes (47.) drehten das Spiel zur ersten Führung für die Gastgeber seit dem 8:7 (16.). Den großen Siegeswillen der Gastgeber demonstrierte Routinier Roko Peribonio. Der 34-Jährige verhinderte mit einem Sprint von der Bank zurück in sein Gehäuse den Treffer ins leere Tor durch Niklas Klein. Dass er nach seinem spektakulären Sprung und dem Sturz auf den Rücken erst einmal behandelt werden musste? Geschenkt. Wichtig waren die Parade und die eingeleitete Spielwende.
„Der Sieg war eine reine Willensleistung jedes Einzelnen“, lobte deshalb HLZ-Kapitän Simon Schwarz sein Team. Er ackerte wie immer am Kreis, Abwehrchef Roy James plagten gut zehn Minuten vor Schluss Krämpfe. Frederik Zepp, Herbel (6/3) und Marcel Reis (6) sorgten für einen 24:21-Vorsprung (52.). Nach dem 24:25-Anschlusstreffer der Gäste vernagelte Peribonio seinen Kasten mit vier Paraden in Serie. Der Schlussmann gab seinen Vorderleuten die Zeit, den Vorsprung entscheidend auszubauen, was letztlich zum hart erkämpften zweiten Heimsieg der Saison genügte. Das dabei spielerisch nicht alles nach Plan verlaufen war, nahm Schmiedt mit einem Lächeln: „Was heute zählt, sind allein die beiden Punkte.“ Sein spielender Cotrainer Lars Hannes hatte seine eigene Sichtweise auf die 60 Minuten: „War doch ganz unterhaltsam.“
Quelle: Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau – Nr. 260, Montag, den 10. November 2025
