Erneut ein Auf und Ab bei unserer mD-Jugend

Vor zwei Wochen gab es für unsere männliche D-Jugend bei der deutlichen Niederlage in Bellheim gegen die SG OBKZ (36:19, 16:8) nichts zu erben. Die Gastgeber waren unseren Jungs in allen Belangen überlegen, vor allem in puncto Wille, Biss und Aggressivität, ohne die es im Handball bekanntermaßen keinen Blumentopf zu gewinnen gibt. Gleichwohl ist es auch dem neutralen Schiedsrichterbeobachter in diesem Spiel aufgefallen, dass der Grat zwischen fairer Aggressivität einerseits und überharten, teils gefährlichen Fouls andererseits (Stoßen in der Luft und von der Seite, Greifen in den Wurfarm) bisweilen leider ein recht schmaler ist. Insofern ist es unverständlich, warum gegnerische Trainer – selbst bei glasklarer Führung – ihr Jungs hier nicht einbremsen und ihnen den nötigen Orientierungsrahmen geben. Dies allein den zumeist noch überforderten Jungschiedsrichtern zu überlassen, die sich mit dem Verhängen von progressiven Strafen ohnehin erfahrungsgemäß noch sehr (!) schwer tun, ist offenkundig der falsche Weg.

Am vergangenen Wochenende war das Auf und Ab unserer Jungs dann innerhalb von nur einer einzigen Partie zu beobachten. Beim Heimspiel gegen die HSG Landau/Land ließen sich unsere Jungs zum ersten Mal in dieser Saison nicht gleich in den Anfangsminuten überrennen und setzen sich über 5:5 (8. Minute) auf 10:6 (13. Minute) ab. Doch anstatt den Sack früh zuzumachen, brachten technische Fehler, überhastete Abschlüsse und sehr unglückliche Torwartaktionen die Gäste zurück ins Spiel. Nach einem 1:6-Lauf gegen uns hieß es plötzlich 11:12 und mit einem 12:12-Unentschieden ging es in die Halbzeitpause.

Auch nach der Pause konnten unsere D-Bären ihre Lethargie nicht ablegen, verschliefen den Start in Durchgang zwei komplett und kassierten innerhalb von nur drei Minuten fünf (!) Tore zum Stand von 13:17 (24. Minute). Acht Minuten vor dem Ende schien die Partie beim Stande von 17:22 bereits gelaufen zu sein. Doch nun machten sich die zuvor vorgenommenen Umstellungen auf dem Feld sowie der Wechsel auf der Torhüterposition bemerkbar. Während bei den Gästen sichtbar die Kräfte schwanden, glaubten unsere Buben an die mögliche Wende und pushten sich in Angriff und Abwehr immer mehr hoch. Binnen nur vier Minuten schafften sie einen 6:1-Lauf zum 23:23-Ausgleich und weitere 90 Sekunden später hieß es sogar 24:23 (38. Minute) für die Bären. Nach dem Ausgleich der Gäste kamen unsere Jungs nochmals in Ballbesitz, spielten einen langen Angriff und wurden mit einem 7m-Strafwurf für ihr geduldiges Angriffsspiel belohnt. Dieser wurde jedoch vom bärenstarken Gästekeeper in den Schlusssekunden entschärft, so dass die Hallenuhr am Ende ein gerechtes 24:24-Unentschieden anzeigte. Bei ihrem Schlussspurt, aber auch bei ihrem 5:1-Lauf in der ersten Halbzeit haben unsere Jungs angedeutet, wozu sie spielerisch fähig sind. Solche Leistungen sowie eine deutliche Steigerung auf der Torhüterposition sind erforderlich, um weitere Punkte in der starken Pfalzliga zu sammeln.

Für positive Überraschungen sorgt weiter unsere zweite Mannschaft. Bei der Partie gegen den TV Hochdorf II, die nur mit fünf Feldspielern bestritten werden konnte, gab es im zweiten Spiel den zweiten Sieg (29:19, 13:9). Obwohl Marc Röther und Karl Sommer schon das nervenaufreibende Spiel gegen die HSG Landau/Land in den Beinen und den Armen hatten, waren die beiden kaum zu stoppen und kamen jeweils auf 11 Treffer. Die Entdeckung des Spiels war freilich unser Schnupperspieler Michael Orth. Als absoluter Neueinsteiger, der erst zweimal im Training am Ball war, machte er in seinem allerersten Handballspiel eine klasse Partie und wusste am Kreis seine körperliche Überlegenheit geschickt einzusetzen. So kam der Rookie am Ende auf sechs blitzsaubere Tore und war eine riesen Unterstützung für die Mannschaft. Daumen drücken, dass Michael seinen Spaß am Handball findet und der TSG erhalten bleibt!

Ein großes Dankeschön gilt unseren Gästen aus Hochdorf. Zum einen wurde im Vorfeld nicht kritisiert, dass der TVH aufgrund unserer dünnen Spielerdecke selbst nur mit reduzierter Mannstärke auflaufen konnte. Darüber hinaus hat der TVH aber auch dann seine Spielerzahl reduziert, als es Strafzeiten gegen unsere Spieler gab, so dass wir (trotz fehlendem Auswechsel- bzw. Ergänzungsspieler) über die gesamte Partie hinweg in Gleichzahl spielen konnten und nicht in Unterzahl agieren mussten. Dies sehen die Statuten so keineswegs vor und ist Ausdruck großer sportlicher Fairness! Vielen Dank dafür!