Wackere E-Bären um den verdienten Lohn gebracht

Stark ersatzgeschwächt – es fehlten mit Marc, Mika und Svend gleich drei Spieler der Startformation der Vorwoche – empfing unsere mE-Jugend den verlustpunktfreien Tabellenführer mJ Mundenheim/Rheingönheim. Aufopferungsvoll erkämpften sich unsere Buben eine 9:7 Halbzeitführung und wurden in der zweiten Hälfte um den verdienten Lohn gebracht. 17:18 hieß es am Ende – völlig zu Unrecht, denn die Gäste waren keineswegs die bessere Mannschaft, sondern wurden für ihr absolut regelwidriges Deckungsverhalten in Halbzeit zwei belohnt.

Die verbindlichen Deckungsvorgaben des Pfälzer Handball-Verbands schreiben für die E-Jugend die Manndeckung vor. Raumdeckungen und das Positionieren von Sicherungsspielern, die hinter der Abwehr eine Art Libero spielen, sind ausdrücklich verboten. Wer diese Regel kennt, sah unmittelbar, dass bereits die Grundaufstellung der Gästeabwehr regelwidrig war. Denn während die Manndeckung mit einem Abstand vom maximal 3 m zum Gegenspieler erfolgen muss, positionierte Mundenheim einen Sicherungsspieler weitere 3 m hinter der Abwehrreihe, der als „Abfangfänger“ das Haßloch Angriffsspiel zerstörte und vor allem Karls Durchbrüche, der im 1 gegen 1 regulär kaum zu halten ist, regelwidrig stoppte.

Das Reklamieren der Haßlocher Bank gegenüber dem Gästetrainer, dass seine Mannschaft regelwidrig viel zu defensiv decke, wurde mit den Worten quittiert, dass er seine Spieler aufgefordert hätte, offensiver zu decken, sie ihm aber nicht Folge leisten würden. Nun wisse er auch nicht, was er jetzt noch tun könne. (!?!) Wenn Spieler des alten Jahrgangs in ihrem zweiten Jahr E-Jugend die verbindliche offensive Deckungsweise (vermeintlich) nicht kennen und (noch nicht einmal ansatzweise) umsetzen können, geht entweder im Training einiges schief oder aber es wird ganz bewusst ein taktisches Mittel angewandt und Erfolg über Fairness gestellt.

Der Jungschiedsrichter erkannte das regelwidrige Abwehrverhalten der Gäste und zeigte dies der Abwehr über das Hochhalten der gelben Karte auch an. Dies ist das offizielle Zeichen, dass die Abwehr offensiver decken muss. In Summe wurde dies der Gästeabwehr in der zweiten Hälfte ca. 5-6 Minuten der Spielzeit angezeigt, ohne dass die Abwehrspieler zur Manndeckung übergegangen wären. Tragisch daran war, dass der Schiedsrichter binnen 5-10 Sekunden nach dem Hochhalten der gelben Karte auf Strafwurf für die Angreifer zu entscheiden hat, wenn die Abwehr ihre defensive Aufstellung beibehält. Es hätte also etliche (!) Strafwürfe für die Juniorbären geben müssen. Doch erst nach dem Spiel, auf die Rückfrage, warum er denn in den langen Gelbphasen nicht auf Strafwurf für Haßloch entschieden habe, stellte sich heraus, dass der Jungschiedsrichter (der erst sein zweites E-Jugendspiel pfiff und dabei seine Sache richtig gut gemacht hatte) diese Regelung (noch) nicht kannte!

Mit dieser schmerzlichen Niederlage wird die Qualifikation zur Pfalzliga nicht mehr zu schaffen sein. Nun heißt es, sich mit weiteren Siegen für die Verbandsliga zu qualifizieren. Und dies wird auch gelingen, insbesondere wenn die Mannschaft wieder vollzählig auf der Platte steht.