14.4.2018 Heißes Derby mit knappem, glücklichen 27:26 Sieg gegen Hochdorf Trotz dem Derbycharakter eine faire und friedvolle Begegnung

Es war das erwartete spannende und emotionsgeladene, aber stets faire Derby in der Pfalzhalle. Das glücklichere Ende hatten wir dabei und konnten einen hauchdünnen Sieg verbuchen.

Eigentlich waren wir schon zweimal weg und es sah wie ein Sieg der Gäste aus Hochdorf aus, meinte der verletzungsbedingt zum Zuschauen verdonnerte Kapitän Kevin Seelos nach dem Spiel.

In der Tat waren die Hochdorfer bis zur roten Karte von Trainer Tobias Job auf der Siegerstrasse. Danach kippte irgendwie das Spiel zu Gunsten der Hausherren. Die Zuschauer sahen auf jeden Fall ein kampfbetontes und interessantes Handballspiel und kamen von daher voll auf ihre Kosten. Wir möchten heute gar nicht über Stärken, Schwächen und verletzten Spielern sprechen, denn man hat wieder gesehen, dass dieses Spiel gleichgültig der Mannschaftsaufstellungen immer seine eigene Geschichte schreibt. Da werden Verletzungen durch Adrenalinschübe verdrängt und jeder Spieler kämpft bis zum Umfallen, so unser sportlicher Leiter Thomas Müller nach dem Spiel.

Von Beginn an lagen die Gäste immer ein bis zwei Tore in Front und führten zum Pausenpfiff verdient mit 10:13. Bis zu diesem Zeitpunkt war es Schlussmann Daniel Schlingmann zu verdanken, dass wir nicht höher zurück lagen. Wir produzierten im ersten Durchgang zu viele technische Fehler und Fehlwürfe und hatten die Spielabläufe nicht klar auf den Punkt gespielt. Zudem gab im Gästetor mit Thomas Bollinger seinem Team den notwendigen, guten Rückhalt, so das Statement von Tobias Job.

Nach dem Seitenwechsel zunächst das gleiche Bild. Hochdorf führte durchweg mit zwei, drei oder gar vier Toren bis zur besagten roten Karte von Tobias Job  nach 48 gespielten  Minuten. Nach dem 21:24 durch Roy James waren noch exakt 10 Minuten zu spielen. Hochdorf war das erfolgreichere Team und führte zurecht.

Aber plötzlich waren die Hausherren erwacht und durch drei Tore von Borodovskis, Kern und wieder Borodovskis stand es gut sechs Minuten vor dem Schlusspfiff 24:24 Unentschieden. Jetzt entwickelte sich ein Samstagabendkrimi der Extraklasse.

Teamtimeout Hochdorf und Tim Götz trifft zum 24:25. danach direkt Timeout Hassloch und im Anschluss trifft Borodovskis zum Ausgleich. Der mittlerweile im Tor eingewechselte Malte Röpcke pariert einen Wurf und im Gegenzug erzielt Flo Kern den ersten Führungstreffer. Vincent Klug auf Hochdorfer Seite bekommt zudem eine Zeitstrafe, aber trotz Unterzahl gelingt Tim Götz wieder der Ausgleich zum 26:26. In Überzahl erzielt erneut Flo Kern die Führung zum 27:26. Es sollte das letzte Tor an diesem Handballabend sein, denn Hochdorf verwirft im Gegenzug. Die Uhr zeigt noch acht Sekunden Spielzeit an und Peter Schäfer auf der Hasslocher Bank nimmt die zweite und letzte Auszeit. Danach noch zwei, drei Pässe und das Spiel ist aus. Die Halle steht Kopf und Hassloch feiert den glücklichen Sieg. Auf der anderen Seite verständliche pure Enttäuschung der Gäste, denn heute hätte man mindestens ein Punkt verdient.

Wir sind auch mal so abgestiegen und dadurch kann mich gut in die Lage der Hochdorfer hinein versetzen, denn wenn du unten stehst verlierst du solche Spiele auch wenn du mindestens auf Augenhöhe mit dem Gegner bist, so Thomas Müller nach der Partie. Ohne die Qualität der anderen Spieler zu schmälern, unser Pluspunkt war heute Dominik Hartstern, der trotz aller Knieprobleme spielte und eine gute Leistung ablieferte, denn ihn hatte keiner auf der Rechnung.

Bei diesem Derby vor solch einer tollen Kulisse willst du auch spielen und nicht nur von außen zuschauen und nach dem Ausfall von Kevin musste ich irgendwie ran, sagte Dominik Hartstern zu seinem Einsatz.

 

Anmerkung in eigener Sache von Thomas Müller, sportlicher Leiter von Hassloch Es sei noch erwähnt, dass es trotz aller Revailtät nur ein Handballspiel war und jeder in der Halle gesehen hat, dass Spieler und Fans beider Mannschaften sportlich fair miteinander umgegangen sind. Es ist doch klar, dass vor diesen Spielen immer viel geschrieben und geredet wird.

Vor zwei Jahren sprach Hochdorf von einer Schlacht und gestern wurde wohl das Wort Krieg auf Hasslocher Seite erwähnt.

Liebe Handballer, Handballfans, Zuschauer und offizielle Mitarbeiter des Handballverbandes – vielleicht sind speziell in der heutigen politischen Gesamtsituation diese Worte nicht ganz passend, aber der Sport lebt von Emotionen und manchmal auch von Sprüchen im Nachhinein betrachtet zweideutig gesehen werden können.

Aber man interpretiert immer nur Dinge in eine Aussage, welche man tatsächlich auch interpretieren will. Und eines ist gewiss, politisch motiviert sind diese Sprüche nicht, denn uns wäre nicht bekannt dass zwei Ortschaften in der Pfalz gegeneinander in eine Schlacht ziehen oder gar Krieg führen. Ich glaube ich spreche für beide Vereine wenn ich sage dass es uns leid tut falls diese Wortwahl zu derb angesehen wird.

Im Übrigen konnte man auch nach der Partie sehen wie beide Seiten miteinander umgehen, denn viele standen noch lange zusammen und diskutierten freundschaftlich über den Sport, alte Zeiten und das Spiel.

TSG Hassloch
Schlingmann, Röpcke, Müller, Borodovskis 8/2, Kern 7, Zech, Muhovec, Keiser, Freitag, Zellmer, Gregori 2, Hartstern 4, Zeller 6, Götz

TV Hochdorf
Schulte, Bolling, James 3, Lenz, Götz 9/4, Sorda 1, Bayer, Ruf 2, Bühler, Schwenzer, Lanninger 1, Novo 2, Waldgenbach 7, Kulg 1

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